#1

Carola Bode

Freden (Leine) - Everode, Deutschland

Welpenaufzucht:

Die Zeit, die die Welpen bei der Mutter (und dem Züchter) verbringen, kann man grob in 4 Phasen unterteilen.

1 und 2 Woche:

Die ersten 10 - 14 Tage verbringen die Welpen mit geschlossenen Augen und Ohren in der Wurfkiste. Sie kriechen mit pendelnden Suchbewegungen zur mütterlichen Zitze. die Hündin säugt und putzt die Welpen selbstständig.

In der Phase hat der Züchter noch nicht viel zu tun.

Die Welpen werden täglich gewogen und kontrolliert, wer schlechter zugenommen hat, dem gebe ich beim nächsten Säugen einen kleinen Schubs Richtung hintere Zitzen.

Mehr Fürsorge benötigt die Hündin, die die Hauptarbeit leistet.

Hochwertiges Futter, viel Wasser, Tee, Welpenmilch, Calcium, frische Luft und häufige kurze Spaziergänge sind selbstverständlich. In der Zeit bekommen die Welpen, je nach Temperatur, ein vorbereitetes Wärmekissen.

Natürlich muß die Hündin regelmäßig gesäubert werden, sie hat ja noch Ausfluß. Auch die Wurfkiste muß häufig frisch bezogen werden.

Mehrmals täglich kontrolliere ich das Gesäuge und den Milchfluß,bei Bedarf wird massiert und gecremt.

Den Rest der Zeit verbringe ich beobachtend und streichelnd in und an der Wurfkiste. So haben die Welpen von Anfang an immer auch den menschlichen Geruch dabei. Natürlich schlafe ich auch da, soweit man das so nennen kann.

In diese Phase kommt auch der Zuchtwart zur Erstkontrolle.

Die Welpen werden begutachtet, notiert und eingetragen, die Hündin wird ebenfalls angeschaut.

3. Woche:

Die Bewegungen werden gezielter, die Welpen können jetzt sehen und hören, aus dem Robben wird ein Laufen. Sie bepfoten, beknabbern und belecken sich gegenseitig, die Hündin,und jeden, der in der Wurfkiste sitzt. Am Menschen sind die nackten Füsse ein begehrtes Ziel (T´schuldigung Ylva).

Auch lösen tun sie sich jetzt ohne Hilfe, bleiben aber noch in der Wurfkiste.

4 - 7. Woche:

Jetzt kommen die Zähnchen.

In der 5. Woche kommt der Zuchtwart ein weiteres Mal zur Kontrolle. Die Entwicklung von der ersten Abnahme wird kontrolliert, Zähne und Kieferstellung.

Spätestens jetzt ist auch das Außengelände fertig, der Welpenspielplatz bereit.

Zuerst verlassen die Welpen die Wurfkiste und erkunden den Wurfraum, nach und nach erweitert sich der Radius. Bald folgen sie der Hündin auch nach draußen. In der Anfangszeit flüchten sie aber sofort nach drinnen, sobald die Mutter bellt.

Ich beginne in dieser Zeit, die Welpen von Hand zu füttern. Zuerst mit Milch, dann Welpenbrei und dann Tartar.Nach und nach bekommen sie Futter vom Teller. Die Hündin säugt die Welpen jetzt immer weniger und meist im Stehen.

Dafür spielt sie mit Ihren Kindern und erzieht sie. Der Schlafplatz bleibt nach und nach sauber.

Jetzt bekommen die Welpen auch ganz viel Besuch von Menschen jeden Alters, die spielen und streicheln.

Zum Ende hin beginnen wir mit den Spaziergängen. Zuerst mit der Hündin an der Leine vorweg, die ganze Meute hinterher. Später nehme ich mir zwei oder drei Welpen einzeln mit. Auf unserem Weg liegt ein kleiner Bach, ein Teich, Hühner, Ziegen, Pferde und natürlich Menschen, Menschen, Menschen.

Erstaunlich, wie viele Nachbarn "zufällig" um die Ecke kommen, sobaldich mit den Welpen unterwegs bin.

Ein paar Mal fahren wir auch mit der Hündin und dem ganzen Wurf Auto.

Jetzt kann man auch schon erste Charaktereigenschaften der einzelnen Welpen einschätzen, in Absprache mit den Käufern werden die Hunde verteilt. 

8. Woche

In der 8. Woche steht der Tierarzt an. Bei uns kommt er ins Haus.

Die Welpen werden untersucht, geimpft und gechipt.

Ab dem 10. Lebenstag haben sie mindestens alle 2 Wochen eine

Wurmkur erhalten.

Dann folgt die Abnahme durch den Zuchtwart und ein Welpenwesenstest.

Jetzt habe ich auch die Ahnentafeln bekommen.

Da dies die Zeit ist, in der sich das Hundejunge in seiner Meute einordnet, ziehen unsere Hundekinder in der 9. Woche aus.

Für mich ist dann eine anstrengende, aber schöne Zeit zu Ende, für die frischgebackenen Hundebesitzer fängt sie an.

5377 Aufrufe | 1 Beiträge

Direkt antworten

Sicherheitscode